Was ist Ergotherapie?

Ergotherapie ist ein Heilmittel unseres Gesundheitssystems. Der Arzt stellt ein Rezept aus, auf dem die Diagnose mit der "Internationalen Klassifikation der Krankheiten" (ICD) aufgeführt ist. Das zugrunde liegende bio-medizinische Modell wird in der Ergotherapie mit dem bio-psycho-sozialem Modell der "Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit" (ICF) der WHO ergänzt. Der Mensch wird dabei mit seiner Beeinträchtigung auf der Körperfunktionsebene und innerhalb der dazugehörenden Aktivitäten behandelt. Dies ist ausgerichtet auf seine Teilhabe in der Gesellschaft. Dabei werden die Umweltfaktoren und persönlichen Faktoren in dem Behandlungsplan mit berücksichtigt.

Ergotherapie unterstützt Menschen jeden Alters, Handlungsfähigkeit zu erreichen. Diese kann noch nicht entwickelt, oder durch Krankheit, Verletzung oder Behinderung verlorengegangen sein.

Handlungsfähigkeit im Alltag bedeutet selbst gestellte und/oder von der Gesellschaft bzw. den Mitmenschen gestellte Aufgaben zufriedenstellend zu erfüllen. Für eine effiziente Handlungsfähigkeit ist Voraussetzung, dass körperliche, geistige und psychische Funktionen weitgehend intakt sind und der Mensch in eine sinnvolle Interaktion mit der Umwelt treten kann.

In der Ergotherapie geht es nicht nur um mechanische Wiederherstellung körperlicher, geistiger oder psychischer Funktionen, sondern darum, dass der Mensch die verschiedenen Rollen und damit verbundene Aufgaben in seinem Leben wieder bestmöglich einnehmen kann.

Das Erreichen von größtmöglicher Selbständigkeit und Unabhängigkeit im Alltags- und/oder Berufsleben ist das Ziel.

Dabei ist der Bezug zur Umwelt von besonderer Bedeutung in zweierlei Hinsicht:

  • die Anpassung des Menschen an die gegebenen Umweltstrukturen
  • die Umweltstrukturen an den Betroffenen anzupassen